Ein normaler Tag mit Kindern ist schon anstrengend.
Ein Tag mit chronischer Krankheit fühlt sich oft an wie ein Marathon ohne Pause.
Und trotzdem beginnt jeder Morgen gleich:
Kinder brauchen dich.
Egal, wie es dir geht.
Der Morgen entscheidet oft schon, wie der Tag wird.
Manchmal wache ich auf und weiß sofort: Heute wird hart.
Der Körper ist müde, obwohl die Nacht vorbei ist.
Der Kopf ist schon voll, bevor ich überhaupt aufgestanden bin.
Die fröhlichen Stimmen der Kinder klingen dann oft wie Hohn.
Der morgendliche Check ist Pflicht, doch oft behandel ich meinen Körper nicht, wie ich sollte. Das Taubheitsgefühl, das Drücken, die Schmerzen – an besonders schlechten Tagen drängen sie sich in den Vordergrund.
Nicht zu ignorieren.
Und trotzdem schiebe ich es an besseren Tagen weg.
Und dann beginnt der Alltag.
Frühstück. Anziehen. Streit schlichten. Funktionieren.
Zwischendurch streikt das Bein oder der Arm.
Aber die Zeit bleibt nicht stehen, egal, wie es einem geht.
Also laufe ich weiter. Suche nach Aufgaben, die ich in diesem Zustand erledigen kann.
Tagsüber gibt es keine echte Pause.
Kinder brauchen Aufmerksamkeit.
Der Haushalt wartet nicht.
Wäsche. Termine. Chaos.
Und irgendwo dazwischen versuche ich, nicht komplett zusammenzuklappen.
Während das jüngste Kind vor dem Mittagsschlaf aufdreht, verliere ich die Hoffnung auf diese kurze Chance durchzuatmen. Dann übermannt der Schlaf das Kind
Und ich? Funktioniere weiter.
Hausaufgaben wollen begleitet werden.
Termine müssen geplant und abgesprochen werden.
Tränen trocknen. Wut begleiten. Spiele spielen.
Ein Blick auf die Uhr und dann auf die Aufgabenliste.
Eine leise Stimme flüstert mir zu, was ich heute alles geleistet habe.
Aber diese Liste schreit mich an, dass ich sie nicht erledigt habe.
Meine Nerven brennen.
Alles ist zu viel und gleichzeitig nicht genug.
Ich bin müde und erschöpft.
Aber der Tag ist noch nicht vorbei.
Der Abend kommt.
Feierabend und Ruhe für andere.
Chaos und Zirkus für uns.
Zähneputzen wird zum Kraftakt.
Vorlesen zur Zerreißprobe.
Und wenn ich zwischendurch laut werde oder weine?
Dann sieht man nur die Fehler, nicht die Grenzen, die ich übergangen habe um zu leisten.
Meine Tage folgen selten meiner Aufgabenliste.
Meistens meinem Gesundheitszustand, aber immer wieder diesem inneren Druck.
Mehr zu sein.
In einem Leben voller Grenzen, die man sich nicht ausgesucht hat.
Es gibt keine perfekte Lösung.
Keinen Trick, der alles leichter macht.
Es gibt nur Tage, die besser sind.
Und Tage, die einfach schwer sind.
Und trotzdem gehe ich weiter.
Mit MS. Als Mama. Als Frau. Als Mensch.